Schonzeit Zander in Holland: Warum das Gesetz biologisch überholt ist – und warum wir uns trotzdem daran halten müssen
- Thom Prüst
- 2 mrt
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Bijgewerkt op: 11 mrt
Die Schonzeit für Zander in den Niederlanden ist seit Jahrzehnten dieselbe: 1. April bis einschließlich letzter Samstag im Mai. Auf dem Papier klingt das logisch – Schutz während der Laichzeit, damit der Bestand stabil bleibt. Doch wer regelmäßig in Holland angelt, weiß: Mit der tatsächlichen Biologie des Zanders hat diese Schonzeit schon lange nichts mehr zu tun.
Geführte Zander‑Touren am Volkerak – hier alle Infos.
Trotzdem gilt: Das Gesetz ist das Gesetz. Und daran müssen wir uns halten, egal wie wenig es inzwischen mit der Realität im Wasser zu tun hat.
Die Realität im Wasser: Zander laichen längst früher
Die offizielle Schonzeit basiert auf der Annahme, dass Zander im April und Mai ablaichen. Das war früher auch weitgehend korrekt. Doch durch steigende Wassertemperaturen, mildere Winter und eine generelle Verschiebung der Jahreszeiten hat sich das Verhalten der Fische verändert.
Heute sieht es so aus:
Zander beginnen vielerorts schon Mitte Februar mit dem Laichen.
Im März läuft die Hauptlaichzeit.
Wenn am 1. April die Schonzeit beginnt, ist der Großteil der Zander bereits fertig.
Nur vereinzelt bewachen noch ein paar Männchen ihre Nester.
Mit anderen Worten: Die Schonzeit schützt die Zander nicht während der Laichzeit – sie beginnt erst, wenn die Laichzeit praktisch vorbei ist.

Meine eigenen Daten: Der Bestand ist stabil
Ich höre oft die Frage: „Ist es nicht schädlich, wenn wir im Februar und März voll auf Zander angeln?“ Meine Antwort nach über zehn Jahren Datensammlung:
Ich sehe keine Verschlechterung des Bestands.
Ich sehe auch keine Verbesserung.
Ich sehe Stabilität. Jahr für Jahr.
Auf einem der besten Zandergewässer Europas, dem Hollands Diep, sind meine Fangzahlen seit einem Jahrzehnt praktisch identisch. Keine Einbrüche, keine Warnsignale.
Wir beangeln die Zander also seit Jahrzehnten während der tatsächlichen Laichzeit, und der Bestand hält das problemlos aus.
Zander‑Guiding am Hollands Diep – hier alle Infos
Trotzdem gilt: Das Gesetz ist das Gesetz
Auch wenn die Schonzeit biologisch nicht mehr passt, bleibt sie rechtlich bindend. Und daran halte ich mich – und sollten alle sich halten.
Vom 1. April bis einschließlich letzter Samstag im Mai gilt:
Kein Kunstköder
Kein toter Köderfisch
Keine Fetzenköder
Jeder gefangene Zander muss sofort zurückgesetzt werden
Das ist eindeutig, auch wenn es biologisch keinen Sinn mehr ergibt.
Die große Änderung ab 2026: Das Ende der Wurm-Methode
Bis einschließlich 2025 gab es eine Ausnahme, die eigentlich nur ich genutzt habe.
Angeln mit Wurm war erlaubt.
Dropshot mit Wurm? Legal.
Jigkopf mit Wurm? Legal.
Und extrem effektiv auf Zander in April und Mai.
Ab 2026 steht in den allgemeinen Bedingungen von Sportvisunie jedoch klar:
Es ist nicht mehr erlaubt, im April oder Mai mit einem Wurm so zu angeln, dass eine Zanderfangwahrscheinlichkeit besteht.
Das bedeutet:
❌ Kein Dropshot mit Wurm
❌ Kein Jigkopf mit Wurm
❌ Keine raubfischtypische Präsentation mit Wurm
Erlaubt bleibt nur:
✔️ Wurm an Posenmontage
✔️ Wurm am Grundblei
✔️ Nur wenn die Methode eindeutig NICHT auf Zander abzielt
Damit ist die letzte Lücke geschlossen, die in der Praxis eigentlich kein Angler außer mir selbst genutzt hat.
Was bedeutet das für mich als Angler?
Die Situation ist paradox: In der Zeit, die viele Angler aus rein vermeintlich ethischen Gründen für heikel halten (Februar/März), gibt es biologisch überhaupt keine kritische Phase – und trotzdem darf ich dort ganz normal auf Zander angeln. In der biologisch völlig unkritischen Zeit (April/Mai), in der die Laichzeit längst vorbei ist, darf ich es dagegen nicht.
Ich halte mich trotzdem an die Regeln. Nicht, weil sie logisch sind, sondern weil sie gelten.
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Und ab dem letzten Samstag im Mai beginnt dann wieder das großartige Raubfischangeln auf Zander auf dem Hollands Diep.



